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Presse, Pool und viel Profil – Der Pavillon am Bundespressestrand

So schnell kommt man selten vom Regieren zum Relaxen, vom Parlament zum Pool und aus der Arbeitslosigkeit auf die Sonnenseite der Spree. Johanna Ismayr hat es geschafft, oder genauer geschaffen: Der „Bundespressestrand“ ist ihr Werk. Mitten zwischen Macht und Medien, Meinungsmachern und Markenvertretern hat ihre Idee unübersehbar erfolgreich Raum ergriffen und im mittlerweile vierten Jahr schon Kultstatus erreicht. Dabei war der Erfolg, wie so oft, am Anfang nicht unbedingt absehbar. Doch schon im ersten Jahr kamen 100.000 Besucher. Sicher eine der erfolgsreichsten Ich AGs im Lande.

Aber mit dem Erfolg kamen auch die Probleme, mit Anwohnern und behördlichen Bedenkenträgern, deutscher Gründlichkeit und daraus bedingtem mehrmaligen Standortwechsel. Nun liegt der zentralste deutsche Strand zwar noch direkt am Spreeufer, aber nur noch indirekt am Wasser. Da hatte die umtriebige Unternehmerin die nächste gute Idee: Wenn die Waden nicht mehr direkt ins Wasser können, muss das Wasser eben zu den Waden gebracht werden. Also stellte sie zur Abkühlung zwei Pools auf den sandigen Platz. Doch so einfach darf man in Deutschland natürlich kein „öffentliches Schwimmbad“ betreiben – Im Pool schwimmen daher jetzt Goldfische und die Gäste müssen sich mit der inneren Kühlung an der Bar begnügen. Was deren Zustimmung zum Bundespressestrand allerdings nicht mindert. Im Gegenteil, werden doch in dieser Saison bis zu 300.000 Gäste erwartet. Das liegt natürlich nicht nur an der Lage und dem lauen Strandleben, sondern auch an der Konzeption des großen Gebäudes am Strandrand.

Auf über 500qm Innen- und Außenfläche finden auf zwei Stockwerken den ganzen Sommer über Events statt. Dabei bietet der so genannte „gläserne Pavillon“ nicht nur einen besonders formschönen Feierraum, sondern auch die richtige Fläche für Promotion und Prominenz. Davon gibt es reichlich im Berliner Zentrum und viele nutzen die Möglichkeit, von der großen Sonnenterrasse im ersten Stock den längsten Berliner Sonnenuntergang zu genießen, oder die gläserne Reichstagskuppel gegenüber zu betrachten. Aber die Gäste müssen gar nicht vor die Tür, um den Ausblick zu genießen. Dafür sorgen die transparenten Decken und Wände dieser einzigartig leichten Konstruktion. Denn anders als es die meisten Besucher vermuten, besteht der Pavillon nicht aus Glas, sondern wurde mit EPS-Profilen in Spanntuchtechnik errichtet. Oliver Grote und Bernd Seybold gelang so ein perfektes Produkt aus Anspruch und Wirklichkeit: Offen für alle gewünschten Ein- und Ausblicke, aber geschlossen gegen widriges Wetter und Belästigungen, dazu edel in der Optik und günstig in der Realisation. Und natürlich standhaft gegen mögliche Anfeindungen, aber flexibel in der örtlichen Neuausrichtung. Perfekter hätte man den Pavillon für den Bundespressestrand nicht bauen können.

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