Startseite
EPS Profiled Solutions

Lichter Läutturm - Der neue Glockenturm im Dorf Fliedner

Die wenigsten Architekten haben sich wohl jemals intensiv mit dieser Frage beschäftigt, denn Kirchen werden in Europa nur noch selten neu errichtet. Meistens geht es um Renovierung, Umnutzung oder Abriss, nicht um Neugestaltung. Auch für Gunvar Blanck war es deswegen das erste Mal und es ging auch nicht um den Neubau einer Kirche. Aber die Frage stellte sich ihm trotzdem: „Was ist ein gutes Glockengebäude“? Seine Auftraggeber von der Fliednerstiftung in Mülheim an der Ruhr hatten sich mit dieser Frage schon seit Jahren beschäftigt und waren zu der Erkenntnis gekommen, dass ein passender Turm im doppelten Sinn ein sehr wertvolles Gebäude sei. Unbezahlbar für eine soziale kirchliche Einrichtung. Deswegen konnten die Glocken der alten Kirche auch seit über dreißig Jahren nicht mehr zum Klingen gebracht werden. Aber die Verantwortlichen wollten sich nicht damit abfinden, dass die Glocken im Grünen lagerten, statt zum Gottesdienst zu rufen. Deswegen die Anfrage an den Fachmann für besondere Fassadenlösungen.

„Ein Glockenturm ist auch ein Instrument“, bemerkt Gunvar Blanck dazu, „da geht es nicht nur um optische, sondern auch um akustische Wirkung“. Und um die Beherrschung von Bewegung. Denn wenn die drei Tonnen der sechs Glocken im Obergeschoß in Bewegung kommen schwingen schon gewaltige Massen im Gleichklang. Das erfordert eine stabile Konstruktion mit fester Verankerung. Um so höher die Herauforderung kostengünstig eine gut klingende und leichtwirkende Lösung zu erstellen.

Gunvar Blanck hat es geschafft, einen ganz besonderen Klangraum zu gestalten, schlicht und schnörkellos. Auf einem quadratischen Grundriss von vier mal vier Metern, steht eine fünfundzwanzig Meter hohe Holzfachwerkkonstruktion mit „leichtem Kleid“. Der 24 Tonnen schwere, auf einem Pfahlfundament errichtete Turm wirkt überraschend leicht und ist auch optisch sehr gelungen. Dabei gewährt er je nach Lichteinfall einen umfassenden Einblick, zeigt die Klarheit seiner konstruktiven Struktur im reizvollen Gegenlicht, ohne störende Stützen und statische Sichtblenden. Der Glockenturm bildet als klangvolles Lichtspiel den neuen Mittelpunkt des Dorfes Fliedner. Aber vorher mussten viele Probleme gelöst werden, denn die leichte Hülle musste stark gespannt sein, keine flatternde Fahne im Wind, sondern fest wie ein Trommelfell. Hohe Anforderungen für alle in Frage kommenden Materialien. Doch Gunvar Blanck gab nicht auf, experimentierte mit eigenen Halterungssystemen, suchte gemeinsam mit seinen Kollegen an der Universität Essen nach den richtigen Lösungen - und hatte Erfolg. Denn über den Lehrstuhl von Professor Baier kam der Kontakt zur EPS Profiled Solutions zustande, konnte ein passendes Profil gefunden werden. Mit EPS.LUMI wurde es möglich das Meshgewebe auf der vollen Breite und über die komplette Länge fest zu spannen. So entstand in drei Monaten in Mülheim an der Ruhr nicht nur ein neuer Glockenturm sondern ein besonders eindrucksvolles Wechselspiel von Licht und Läuten. Denn je nach Tages- oder Nachtzeit setzen die wechselnden Lichtverhältnisse den Turm immer neu in Szene

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Hauptseite und weitere Newsletter im EPS.Background.


  Impressum | Disclaimer